Tarifrunde 2015

    Es geht ums Geld

    Es geht ums Geld

    Die erste Verhandlungsrunde Vergütung
    Gang im Sendebetriebsgebäude Matthias Schöberl Weiter Weg

    Bevor es am 24. Juli (endlich) zur ersten Verhandlungsrunde mit dem ZDF kam, hatte ver.di bereits intensive Vorarbeiten geleistet: Die Mitglieder wurden nach ihren Wünschen befragt. Das wichtigste Ziel: Arbeitsplatzsicherheit. Auf Bundesebene wurden mit den anderen Anstalten ein gemeinsamer Forderungsrahmen erstellt. Es wurde im ZDF eine große Tarifkommission gebildet (30 Personen), die Forderungen erarbeitet und eine Verhandlungsdelegation benannte (10 Personen). Die ver.di-Position wurde dann mit DJV und VRFF abgestimmt, schließlich haben wir eine Tarifgemeinschaft. Das Ergebnis der Vorarbeiten: alle Gewerkschaften sind sich in den grundsätzlichen Zielen einig. Sie wollen für alle im ZDF-Beschäftigten die gleiche Tarifsteigerung. Sie wollen auf keinen Fall die unterschiedlichen Beschäftigungsgruppen gegeneinander ausspielen. Wie sich das in konkreten Forderungen niederschlägt, dazu später mehr.

    In der ersten Verhandlungsrunde mit dem ZDF ging es zunächst um die allgemeinen finanziellen Rahmenbedingungen. Die Hausseite hat uns erklärt, wie der Stand der Einsparungen bei den Personalkosten Feste und Freie ist und wie sich diese Kosten bis zum Jahr 2020 (Ende der nächsten Beitragsperiode) entwickeln.

    Das Fazit des ZDF: Trotz allen Personalabbaus sind die Ausgaben bei den Festen bis 2019 höher als die genehmigten Mittel. Erst im Jahr 2020 bewegt sich das ZDF im Rahmen der KEF-Vorgaben.

    Bei den Freien sieht es noch schlechter aus. Hier gibt es bis zum Jahr 2020 in jedem Jahr ein Defizit, d.h. es wird mehr ausgegeben, als eigentlich vorhanden ist.

    Derart eingestimmt hat uns das ZDF erklärt, welche „personalkostenwirksamen Maßnahmen“ möglich wären, um die KEF-Vorgaben doch noch erfüllen zu können. Diese Liste der Grausamkeiten umfasst:

    •       Streichung der vermögenswirksamen Leistungen,

    •       Streichung der Sonderzahlungen Juni,

    •       Verlängerung der Stufensteigerung um jeweils ein Jahr,

    •       Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden.

    Dabei ging es zunächst um die Festangestellten. Nebenbei erwähnt wurde aber, dass die entsprechenden Leistungen bei den Freien, soweit vorhanden, ebenfalls verändert werden sollen (Streichung Einmalzahlung im Dezember, Verschiebung Stufensteigerung). Darüber wurde aber zunächst nicht weiter gesprochen, weil die Stufensteigerung erst im Jahr 2018 ansteht und deshalb jetzt nichts bringt.

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Das Haus hat nicht konkret gefordert, dass alle diese Maßnahmen jetzt umgesetzt werden sollen. Man hat erklärt, was möglich wäre und wieviel die verschiedenen Streichungen bringen. Dabei wurde deutlich, dass man eine Verlängerung der Stufensteigerung für die effektivste Maßnahme hält, weil dies sich finanziell für das ZDF am stärksten auswirkt.

    Dann gab es die erste Unterbrechung.

    Blick hinter die Kulissen Matthias Schöberl Hinter den Kulissen

    Die Gewerkschaften haben anschließend erklärt, dass man grundsätzlich nicht bereit ist, über diese Liste zu sprechen. Man habe zwar Verständnis dafür, dass das ZDF versuche, die KEF-Vorgaben einzuhalten. Allerdings sehe man als Interessensvertreter der Mitglieder die Belastungen, die der Personalabbau mit sich bringe: Arbeitsverdichtung, Verzicht auf Zulagen, Einschränkungen bei Höhergruppierungen und und und. Deshalb sei man zu weiteren Belastungen nicht bereit. Statt dessen müsse es für alle Beschäftigtengruppen mehr Gehalt/Honorar geben.

    Für die Gewerkschaften forderte der ver.di-Vorsitzende Andreas Bohne als Verhandlungsführer darüber hinaus:

    •       die Beseitigung bestehender Ungerechtigkeiten beim Urlaub und beim Familienbonus für den 2. Kreis,

    •       31 Tage Urlaub auch für den 3. Kreis,

    •       eine Beschäftigungsgarantie für die von Kürzungen betroffenen Mitarbeiter/-innen im 3. Kreis,

    •       eine Übernahme von Azubis und Volontären nach der Ausbildung.

    Dann gab es die zweite Unterbrechung.

    Nach der Pause hat die Hausseite erklärt, dass sie Verständnis für die Ablehnung der Einschränkung tariflicher Leistungen habe. Ein Verzicht auf die genannten „personalkostenwirksamen Maßnahmen“ habe aber zur Folge, dass man bei der linearen Erhöhung deutlich unter dem Abschluss im öffentlichen Dienst bleiben müsse.

    Das erste Angebot sieht deshalb wie folgt aus:

    •       Laufzeit 24 Monate,

    •       1 Prozent in erster Stufe plus 500 Euro Einmalzahlungen,

    •       1,5 Prozent in zweiter Stufe  zum 1.1.2016,

    •       Aussetzung der Stufensteigerung ab 2016, die jeweils einmal um ein Jahr verschoben werden soll,

    •       eine Übernahmegarantie für Azubis mit gutem Abschluss.

    Dann gab es die dritte Unterbrechung.

    "Not Aus"-Knopf ver.di im ZDF Notaus  – Schluss jetzt!

    Danach haben die Gewerkschaften erklärt, dass sie jede Form der Stufensteigerungsverschiebung ablehnen. Das Angebot sei nicht akzeptabel. Was die Höhe angeht, so müsse eine deutliche Verbesserung erfolgen. Immerhin: Die Hausseite signalisierte einen Spielraum bei der Höhe der Einmalzahlung. Ob Leermonate (d.h. eine Erhöhung nicht rückwirkend zum 1.1.2015 sondern später) denkbar sein, wurde kurz diskutiert, aber nicht abschließend geklärt.

    Schließlich forderten die Gewerkschaften

    •       ein deutlich besseres Angebot sowie

    •       zwei neue Verhandlungstermine.

    Das Ganze möglichst bald, denn das Jahr ist bereits zur Hälfte rum.

    Und dann war erst mal Schluss.